Als der ehemalige Vorstand des Österreichischen Alpenvereins, Direktor Ignaz Mattis, mit seinem Tourenkamerad, Dr. Josef Mehrl, Rechtsanwalt in Murau, geboren am 22. August 1873 in St. Margarethen im Lungau, in dessen geliebten heimatlichen Bergen, dem Nockgebiet, wanderte, durchstreiften sie auch das Schönfeld. Begeistert von der wunderschönen Lage dieser Landschaft beschloss Direktor Mattis, für seine Mitglieder der Sektion Wien ein Standquartier für Touren zu schaffen. Sie entdeckten eine Knappenhütte, welche aber zum Besitz des Fürsten Schwarzenberg gehörte - in diesem Gebiet baute man bis Ende des 19. Jahrhunderts Erz ab.
Dr. Mehrl setzte sich mit der Fürstlich-Schwarzenbergischen Verwaltung in Verbindung und handelte mit dem damaligen Gutsverwalter, Direktor Steiner, einen Pachtvertrag aus. Da die Knappenhütte fast verfallen war, musste sie neu aufgebaut werden. So sah sich Direktor Mattis um Arbeiter aus der Region um. In Innerkrems, damals eine kleine Ortschaft, fand er Stefan Zweibrot, der sich bereit erklärte, mitzuarbeiten sowie Freunde, die ihm bei der Aufbauarbeit behilflich waren..
Nach der Fertigstellung übernahm Frau Maria Pacherny-Zweibrot, die Mutter von Stefan Zweibrot, mit Unterstützung ihres Gatten als Wirtin die Hütte. Direktor Mattis benannte diese in Dankbarkeit an seinen Freund "Dr. Josef Mehrl-Hütte".
Alte Hütte bald zu klein
Durch ihre einmalige landschaftliche Lage hatte die erste Dr. Josef Mehrl-Hütte soviel Zuspruch, dass sie für die vielen begeisterten Nockgebiet-Wanderer zu klein wurde. So beschloss Direktor Mattis Grund von den gebietsbesitzenden Bauern zu kaufen. Im Jahr 1935 waren aufgrund der Wirtschaftskrise die Geldmittel sehr knapp und so entschloss sich Mattis, in der Funktion als Vorstand einer Sparkasse als Garant für die Sektion einzuspringen. So wurde eine 'neue' Hütte erbaut und abermals nach Dr. Mehrl benannt. Baumaterial war durch das Waldbegiet ausreichend vorhanden. Da Vereine vorwiegend von Mäzenen (Industrielle etc.) erhalten wurden, standen auch der Sektion Wien Spenden zur Verfügung. Auf diese Weise wurde die Ausstattung vieler Zimmer finanziert, die Zimmer wurden schließlich nach den Spendern benannt. Noch heute sind die Emailschilder mit den Namen der Spender an den Zimmertüren zu bewundern. Auch nach Direktor Mattis wurde in Dankbarkeit für seine einmalige Hilfe ein Zimmer benannt.
Erste Pächterin auf der neuen Hütte
Frau Maria Pacherny-Zweibrot, eine bereits erfahrene Hüttenwirtin, wurde mit der Führung der neuen Hütte betraut und mit ihr ein Pachtvertrag abgeschlossen. Sie verblieb bis Herbst 1939 und übergab Ihrer Tochter Christl Moritz die Hütte. Der Krieg forderte das Leben ihres Gatten. Alleine konnte sie die Hütte nicht bewirtschaften und so bat sie im Jahre 1942 ihren Bruder Stefan und dessen Gattin Louise ihren Pachtvertrag zu übernehmen.
So kam die Familie Stefan Zweibrot mit vier Kindern auf die Hütte. 1968 übernahm verübergehend der älteste Sohn Kurt mit Gattin die Hüttenleitung. Louise Zweibrot war eine einmalige Hüttenwirtin. Mit viel Energie, Humor und tatkräftiger Unterstützung durch ihren Gatten waltete sie im Küchenbereich und erzog nebenher noch ihre Kinder. Es war damals bestimmt nicht leicht eine Hütte zu versorgen, da viele heute selbstverständliche Behelfe fehlten.
wird fortgesetzt.