Die Heilige Familie in der Zirbe

Die Heilige Familie in der Zirbe

Auf dem Weg von Bundschuh nach Schönfeld befindet sich in der Suppanalm die "Heilige Familie in der Zirbe".

Die von Bildhauer Ernst Adelsberger geschaffenen Figuren des Hl. Leonhard, der Hl. Barbara und der Hl. Familie sind gut von der Straße aus zu sehen. Es lohnt sich jedoch, die wenigen Meter von der Straße zu den Figuren zu gehen.
Die Figuren sind in stehende, noch verwurzelte Zirbenstämme geschnitzt. Im Jahr 2001 wurde über der Figurengruppe eine Kapelle errichtet.

Kulturelles von Schönfeld

Noch im geistig-religiösen Einschmelzungsprozess?

Schönfeld ist, vom alten Norikum aus gesehen, die noch norischeste Gegend im salzburgischen Lungau und gehört zur „Alten Welt“, der Gemeinde und Seelsorgevogtei Thomatal. Schönfeldeinwärts, durch die Eslbaunalm, vorbei am Fuße des Stuben-Nock, durch die Rosanien, kommt man zur Dreiländerecke, wo Salzburg, Steirmark und Kärnten am Großen Königstuhl zusammengrenzen. Dort sitzt nach der Volksphantasie der keltische König Voccio mit der nach vorne gehörnten Nebelkappe, umhüllt vom Zerphasmantel („Da Vozenkinig mit da vürihorgnat´n Tarnkepp´n“) „Zerphas“ wird der „Blaue Speik“ genannt, wohl vom heidnischen Urgott des Zeitumlaufes. Ihm zu Ehren wurden wohl auch die alten Götterböden oder Götterkränze, tief ins Dunkelgrüne gehende kreisförmig geschlossene oder ringförmige Grasflächen oder Grasringe, später Hexenböden oder Hexenkränze genannt, dem alpinen Boden entlockt, dessem geheime Beeinflussung man nicht mehr kennt und die Zerphan hießen. War der Umlauf der Jahreszeit wieder so weit, dass nicht nur das tiefe Tal, sondern auch die Berge ergrünten, kamen auch die tiefdunkelgrünen Götterböden und Götterkränze zum Vorschein. Ein solcher Götterkranz befand sich einstens auch im alten Petzlmahd, auf dessen Grundfläche die heutige Dr. Josef Mehrl-Hütte 1935 zu stehen kam. Neben dem „Blauen Speik“, der volkstümliche „Zerphas“ genannt wird, gibt es noch den „Gelben Speik“, der mit dem botanischen Namen Veriana Celtica heißt, also „Keltischer Baldrian“. Er galt vor ein paar hundert Jahren als das köstlichste Produkt der lungauerischen Pflanzenwelt, wurde gesammelt, getrocknet und über Triest nach der Türkei, nach Afrika und Ostindien geschickt.

Auch das alte Bergbauwesen in Schönfeld weist ins Norikum zurück. Aus Funden aus dem kärntnerischen Liesertal geht hervor, dass bereits die Kelten vor Christi Geburt die Aufbisse gefunden und das Braunerz im Schönfeld-Gebiet abgebaut haben. Es war schmiedbares Eisen mit einem nicht allzuhohen Schmelzpunkt. Am Fuße des Erzlagerberges, im Hintergrund der Dr. Josef Mehrl-Hütte, an der Talwasserscheide findet sich ein im Volksmud als „Hexenboden“ bezeichneter Wiesenplatz, der heute noch aus der rundherumliegenden, etwas sumpfigen Umgebung, durch eine leichte Wölbung dem forschenden Auge sich zeigt, mit einem eigenartigen Graswuchs, der der Sense unschnittig entgegentritt. Eine geheimnisumschattete Kulturstätte? Oder, wie die Leute meinen, ein „Tanzboden“, einstens zu Ehren der Heiligen Barbara, der Patronin der Bergknappen, die aus dem Windischen und Weißrussland kamen.

Im Sommer hatte das Heumahd Mit dem „Mahdsonntag“, das ist der erste Sonntag im August, begonnen. Abends kamen Mahdleute, Sennerinnen und Viehhüter bei der Dr. Josef Mehrlhütte zusammen, machten ein Tänzchen und unterhielten sich fröhlich. Ab 1957 wurde dann auch am Mahdsonntag eine Sommermesse beim Tereny-Kreuz gehalten. Tereny war ein Alpinist, der unweit der Dr. Josef Mehrlhütte, 1942, verunglückt war, wo ihm dann vom Alpenverein ein Steinsockel mit Holzkreuz errichtet worden war. Dieser Sommermesse, die durch den brauchtumspflegenden Pfarrer von Thomatal bekannt geworden ist, wurde am Silvesterabend 1984 antagonistisch eine Wintermesse gegenübergestellt, die sich reger Anteilnahme erfreute. Dazu wurde im alten „Gewerkschafts-Mahdstadel“, der im Fürst Schwarzenberg´schen Besitze steht, der südöstliche Teil zu einer „Hütte des Heiligen Josef“ provisorisch hergerichtet, weil der Hl. Josef der Namenspatron der Dr. Josef Mehrlhütte war. Der andere Teil ist der Heiligen Barbara, der Patronin des Bergbaues geweiht.

       
 
     
   
     
   

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